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Warum Begrünung weltweit der Schlüssel für den Erhalt unserer Artenvielfalt ist

Die Klimabeobachtung The Climate Watch berichtet aus Bangladesch: Der dortige Staatsminister für Umwelt hat betont, wie entscheidend Begrünung für den Schutz der biologischen Vielfalt ist – ein Satz…

Warum Begrünung weltweit der Schlüssel für den Erhalt unserer Artenvielfalt ist

Die Klimabeobachtung The Climate Watch berichtet aus Bangladesch: Der dortige Staatsminister für Umwelt hat betont, wie entscheidend Begrünung für den Schutz der biologischen Vielfalt ist – ein Satz, der uns auch im Oberpfälzer Wald aufhorchen lässt. Ergänzend dazu hat die Weltnaturschutzunion IUCN jetzt ihr dreijähriges Projekt TA'ZIZ in Jordanien abgeschlossen, das rund um die Welterbestätte Petra Lebensräume widerstandsfähiger machen sollte. Für uns als Waldverein lohnt sich der Blick über den Tellerrand: Was solche Vorhaben weltweit zeigen, bestätigt vieles, was wir hier an unseren Pfaden täglich erleben.

Was die Beispiele konkret zeigen

Im Bezirk Naogaon in Bangladesch hat die dortige Forstbehörde Berichten zufolge rund 20.000 Jungpflanzen von 15 verschiedenen Arten auf einer etwa 20 Kilometer langen Schneise beiderseits eines Kanals in die Erde gebracht. Der zuständige Staatsminister habe bei der Pflanzaktion unterstrichen, dass geplante Aufforstung ausgeweitet werden müsse, um die grüne Decke des Landes zu vergrößern und das natürliche Gleichgewicht zu wahren. Bäume entlang von Kanälen, Straßen und anderen offenen Flächen verbesserten nicht nur das Kleinklima, sondern schützten auch vor Bodenerosion und sicherten Lebensräume für zahlreiche Arten – ein Hinweis, der uns aus unseren heimischen Waldpflegeprojekten sehr vertraut klingt.

Das TA'ZIZ-Projekt der IUCN setzte derweil in der Region Petra und Schoubak in Jordanien an. Über drei Jahre hinweg standen die Wiederherstellung von Ökosystemen, die Pflege einheimischer Baumschulen und die Anwendung naturbasierter Lösungen im Mittelpunkt – also genau jener Maßnahmen, die mit den Kräften der Natur arbeiten, statt gegen sie. Gefördert wurde das Vorhaben den Berichten zufolge von Global Affairs Canada über die kanadische Botschaft in Amman. Frauen und junge Menschen waren ausdrücklich in die Pflanzaktionen und die Arbeit der Gemeinschaftsbaumschulen eingebunden.

Was das mit unserem Wald zu tun hat

Auch wenn uns Tausende Kilometer von diesen Schauplätzen trennen, erzählen beide Geschichten im Kern dasselbe: Es sind die gezielten, gut geplanten Pflanzungen mit standortgerechten Arten, die langfristig etwas bewirken – nicht die schnelle Baumaktion am Wegesrand mit dem, was gerade verfügbar ist. In Bangladesch waren es 15 ausgewählte Arten, in Jordanien die Wiederherstellung einheimischer Wacholderbestände. Bei uns im Oberpfälzer Wald sind es Weißtanne, Traubeneiche oder Vogelkirsche, die unsere Wälder strukturreich und klimatolerant machen. Wer beim Spaziergang aufmerksam hinsieht, erkennt, wie entscheidend die Mischung heimischer Gehölze für die Vielfalt der Insekten, Vögel und Pilze ist.

Ebenso wichtig ist der zweite Aspekt: die Einbindung der Menschen vor Ort. In Jordanien wird hervorgehoben, dass Frauen und Jugendliche eine zentrale Rolle spielten. Bei uns geschieht das auf andere, aber nicht minder wirksame Weise – durch Baumpatenschaften, gemeinsame Pflegeeinsätze des Waldvereins oder Kindergruppen, die beim Pflanztag ihre erste eigene Eiche setzen. Wer einmal erlebt hat, wie sorgfältig ein Kind seinen Baum über Jahre begleitet, weiß: Hier wächst etwas, das keine Verordnung pflanzen kann – Verantwortung für den eigenen Lebensraum.

Worauf es jetzt ankommt

Die globale Botschaft aus Bangladesch und Jordanien bestätigt, was unsere Wälder uns täglich zeigen. Setzen wir weiterhin auf heimische Arten statt auf schnelle Aktionen mit nicht standortgerechten Gehölzen. Beobachten wir unsere Pfade über Jahre, nicht nur über einen Sommer. Und vor allem: Geben wir das, was wir über Wald und Natur wissen, an jene weiter, die nach uns kommen – denn jede Generation, die ihre Bäume kennt, wird auch für sie sorgen.