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Waidhaus erleben: Pfade, Natur und Gemeinschaft.

Engagement im Waldverein: Welche Rolle passt zu Ihnen?

Ein Wanderweg endet nicht dort, wo die Karte aufhört. Damit eine Markierung sichtbar bleibt, ein schmaler Pfad sicher begehbar ist und ein Biotop seine besondere Qualität behält, braucht es Menschen, die regelmäßig hinschauen.

Aktualisiert31. August 2026
Lesezeit13 Min. Lesezeit
Engagement im Waldverein: Welche Rolle passt zu Ihnen?

Gerade im Oberpfälzer Wald hängt vieles davon ab, dass Ehrenamtliche ihre Umgebung nicht nur gern besuchen, sondern auch Verantwortung für sie übernehmen.

Im Oberpfälzer Waldverein gibt es dafür mehr Möglichkeiten, als viele zunächst vermuten. Wer beim OWV Waidhaus mitmachen möchte, muss weder täglich im Wald unterwegs sein noch bereits jede Pflanzenart kennen. Gesucht werden unterschiedliche Fähigkeiten: praktische Hände bei der Wegepflege, sichere Orientierung bei geführten Wanderungen, Geduld bei Naturschutzprojekten und Menschen, die Freude daran haben, regionale Geschichte und Brauchtum lebendig zu halten.

Die passende Rolle richtet sich deshalb weniger danach, wie viel freie Zeit jemand aufbringen kann. Entscheidend ist eher die Frage: Möchten Sie draußen anpacken, Wissen weitergeben, Lebensräume pflegen oder Gemeinschaft gestalten?

Vom Wanderweg bis zum Biotop: Die Aufgaben des OWV

Der Oberpfälzer Waldverein wurde 1916 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Weiden in der Oberpfalz. Sein Arbeitsgebiet reicht weit über einzelne Ausflugsziele hinaus. Der Verein betreibt und unterhält ein Wanderwegenetz in der mittleren und nördlichen Oberpfalz. Nach Angaben des Deutschen Wanderverbands umfasst dieses Netz rund 4.000 Kilometer; andere Darstellungen zum Hauptverein nennen eine geringere Kilometerzahl. Die unterschiedlichen Angaben zeigen vor allem eines: Hier geht es um eine große, über viele Orte verteilte Aufgabe.

Ein Weg besteht nämlich nicht allein aus einer Linie auf der Wanderkarte. Er führt über Waldränder, Wiesen, Forstflächen, historische Verbindungen und manchmal durch empfindliche Lebensräume. Nach einem Sturm können Äste die Strecke versperren. Vegetation überwuchert Wegzeichen, Regen wäscht kleine Pfade aus, und an Kreuzungen kann eine verblasste Markierung dazu führen, dass Wandernde einen falschen Abzweig nehmen.

Die Wegearbeit ist damit auch eine Form der Orientierungspflege. Sie sorgt dafür, dass Menschen die Landschaft eigenständig erleben können, ohne dass jeder Abschnitt ausgeschildert oder technisch ausgebaut werden muss. Ein gut markierter Weg lenkt Besucher zugleich durch die Region und kann sensible Bereiche entlasten, weil er den Verlauf des Wanderns nachvollziehbar macht.

Daneben gehören Natur-, Landschafts- und Umweltschutz zu den Kernaufgaben des OWV. Mitglieder engagieren sich bei der Betreuung von Biotopen, bei der Pflege von Kulturlandschaft und bei der Erhaltung von Denkmälern. Diese Bereiche sind eng miteinander verbunden. Eine alte Kulturlandschaft ist nicht nur ein historisches Dokument, sondern oft auch ein Lebensraum für Pflanzen und Tiere, der durch eine bestimmte Bewirtschaftung entstanden ist.

Wird eine Fläche sich selbst überlassen, verändert sie sich. Das kann ökologisch sinnvoll sein, muss es aber nicht in jedem Fall. Manche offenen Wiesen oder artenreichen Feuchtbereiche bleiben nur erhalten, wenn sie fachgerecht gepflegt werden. Naturschutz bedeutet daher nicht immer, möglichst wenig zu tun. Häufig bedeutet er, die richtige Maßnahme zur richtigen Zeit zu kennen.

Ein gepflegter Wanderweg und ein geschütztes Biotop haben mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick scheint: Beide brauchen Menschen, die Veränderungen früh wahrnehmen.

Wegewart oder Wanderführer: Verantwortung am Weg

Für viele, die im Waldverein aktiv werden möchten, ist die Wegearbeit der naheliegendste Einstieg. Sie verbindet Bewegung, Ortskenntnis und eine praktische Aufgabe mit unmittelbarem Ergebnis. Wer eine Strecke betreut, sieht meist direkt, was zu tun ist: eine Markierung muss erneuert, ein Verlauf kontrolliert oder eine Beeinträchtigung an die zuständigen Stellen weitergegeben werden.

Die Tätigkeit eines Wegewarts oder einer Wegepatin besteht nicht darin, Wege eigenmächtig umzubauen. Es geht vielmehr um regelmäßige Aufmerksamkeit und verlässliche Betreuung. Dazu gehören je nach örtlicher Organisation die Kontrolle von Markierungen, das Erkennen von Hindernissen und die Abstimmung mit anderen Verantwortlichen. Gerade diese Verbindung aus selbstständigem Arbeiten und Zusammenarbeit macht die Aufgabe wertvoll.

Menschen mit handwerklichem Geschick finden hier ebenso ihren Platz wie jene, die gern draußen unterwegs sind und einen guten Blick für Details besitzen. Eine Markierung kann technisch korrekt angebracht sein und trotzdem im Gelände schlecht auffallen, wenn sie hinter Laub verschwindet oder aus der üblichen Blickrichtung kaum zu erkennen ist. Erfahrung entsteht dabei Schritt für Schritt, durch das wiederholte Begehen vertrauter Abschnitte.

Der Wanderführer übernimmt eine andere, aber ebenso wichtige Aufgabe. Er kennt nicht nur den Streckenverlauf, sondern vermittelt die Landschaft. Eine Wanderung durch den Oberpfälzer Wald wird spannender, wenn die Teilnehmenden verstehen, warum ein Weg an einer bestimmten Stelle dem Bach folgt, weshalb sich eine Waldfläche verändert oder welche Spuren frühere Nutzungen hinterlassen haben.

Gute Wanderführung ist keine Vorlesung im Freien. Sie gibt Informationen dort, wo sie aus der Umgebung heraus verständlich werden. Ein alter Grenzstein, eine auffällige Baumgruppe oder ein Feuchtbereich kann zum Ausgangspunkt werden, um Natur und Regionalgeschichte miteinander zu verknüpfen. Wer gern erzählt, zuhört und eine Gruppe aufmerksam durch die Landschaft begleitet, kann in dieser Rolle seine Stärke finden.

RolleWorum es gehtWas gut passtWas Sie einbringen
Wegepate oder WegewartWanderwege und Markierungen im Blick behaltenFreude an Bewegung, praktischem Arbeiten und genauer BeobachtungZeit für regelmäßige Kontrollen, Ortskenntnis und Zuverlässigkeit
WanderführerGruppen sicher und verständlich durch die Region begleitenInteresse an Natur, Geschichte und MenschenKommunikationsfreude, Orientierung und die Bereitschaft, Wissen weiterzugeben
NaturschutzhelferBiotope, Landschaftselemente und empfindliche Lebensräume unterstützenGeduld, Interesse an ökologischen Zusammenhängen und Bereitschaft zum AnpackenSorgfalt, Teamfähigkeit und Respekt vor fachlichen Vorgaben
Engagiertes MitgliedVereinsarbeit ideell, praktisch oder organisatorisch mittragenInteresse am Vereinsleben ohne Festlegung auf ein einzelnes AufgabenfeldTeilnahme, Unterstützung bei Aktivitäten und Offenheit für gemeinsame Projekte
Mitwirkende in Heimat- und BrauchtumspflegeRegionale Geschichte, Mundart, Bräuche und Veranstaltungen pflegenFreude an Erinnerungen, Erzählungen und kultureller ArbeitPersönliche Erfahrungen, Wissen über den Ort und Bereitschaft zum Austausch

Die Grenzen zwischen diesen Rollen sind nicht starr. Ein Wegepate kann bei einer Wanderung historische Hinweise geben, eine Naturschutzhelferin kann zugleich bei einer Veranstaltung mitwirken, und ein förderndes Mitglied kann sich später für eine konkrete Aufgabe entscheiden. Vereinsarbeit entwickelt sich oft aus einem ersten Kontakt und nicht aus einer vollständig festgelegten Laufbahn.

Naturschutz im Wald: Warum Mitarbeit vor Ort zählt

Naturschutz wird häufig mit großen Schutzgebieten und wissenschaftlichen Gutachten verbunden. Beides ist wichtig, doch im Alltag beginnt Naturschutz oft wesentlich unspektakulärer: bei einer beobachteten Veränderung, einer gepflegten Fläche oder dem Wissen, dass ein bestimmter Weg nicht quer durch einen empfindlichen Lebensraum führen sollte.

Im Oberpfälzer Wald treffen unterschiedliche Interessen aufeinander. Menschen möchten wandern, Forstwirtschaft braucht zugängliche Flächen, Tiere benötigen Rückzugsräume, und offene Landschaften sollen ihren Charakter behalten. Diese Ansprüche lassen sich nicht immer durch eine einfache Regel auflösen. Umso wichtiger ist es, die örtlichen Zusammenhänge zu kennen.

Ein Biotop ist kein isoliertes Stück Natur, das unabhängig von seiner Umgebung funktioniert. Wasserhaushalt, Boden, Beschattung, Pflege und angrenzende Flächen beeinflussen, welche Pflanzen dort wachsen und welche Tiere den Lebensraum nutzen. Wird beispielsweise ein Bereich dauerhaft stärker beschattet, verändert sich die Vegetation. Wird eine feuchte Fläche entwässert oder durch Befahren verdichtet, verliert sie Eigenschaften, die über lange Zeit entstanden sind.

Ehrenamtliche können solche Entwicklungen nicht allein lösen, aber sie können dazu beitragen, dass sie wahrgenommen und fachgerecht bearbeitet werden. Bei Biotoppflegeprojekten geht es deshalb nicht um möglichst spektakuläre Eingriffe. Entscheidend sind Kenntnisse über den jeweiligen Lebensraum, eine abgestimmte Vorgehensweise und die Bereitschaft, den Erfolg nicht nur am selben Tag zu beurteilen.

Auch die Pflege von Denkmälern gehört in diesen Zusammenhang. Ein Kreuz, ein Grenzstein, eine Kapelle oder ein anderes Zeugnis regionaler Geschichte steht selten zufällig in der Landschaft. Solche Orte erzählen von früheren Wegen, Besitzverhältnissen, religiösen Traditionen oder dem Alltag vergangener Generationen. Wenn der Bewuchs einen Zugang überwuchert oder ein historisches Objekt kaum noch wahrgenommen wird, geht nicht nur ein Stück Ordnung verloren, sondern auch ein Teil der Lesbarkeit unserer Umgebung.

Wer sich für Natur- und Landschaftsschutz interessiert, muss daher kein fertiges Fachwissen mitbringen. Wichtiger ist die Bereitschaft, sich einzuarbeiten und die Grenzen des eigenen Wissens zu erkennen. Gerade im Naturschutz schützt uns diese Zurückhaltung vor gut gemeinten, aber falschen Maßnahmen.

Heimatpflege ist mehr als Nostalgie

Der OWV engagiert sich außerdem in der Volks- und Brauchtumspflege, in der Mundart- und Heimatpflege sowie bei kulturellen Veranstaltungen. Auf den ersten Blick scheint dieser Bereich weit von Biotoppflege und Wanderwegebetreuung entfernt zu sein. Tatsächlich gehören beide Seiten zusammen: Eine Landschaft wird nicht nur durch ihre Natur geprägt, sondern auch durch die Geschichten, Arbeitsweisen und Bräuche der Menschen, die in ihr leben.

Mundart bewahrt beispielsweise Begriffe, die oft einen sehr genauen Bezug zur Landschaft haben. Alte Flurnamen können auf frühere Nutzungen, Bodenverhältnisse oder Besitzgrenzen hinweisen. Ein regionaler Brauch wiederum erzählt davon, wie Menschen den Jahreslauf, die Nachbarschaft oder besondere Übergänge im Leben gestaltet haben.

Solches Wissen verschwindet, wenn es nicht weitergegeben wird. Vereinsveranstaltungen schaffen dafür einen Rahmen, in dem ältere und jüngere Generationen miteinander ins Gespräch kommen können. Das ist keine rückwärtsgewandte Aufgabe. Wer die Entwicklung eines Ortes kennt, kann besser verstehen, warum bestimmte Wege verlaufen, weshalb ein Gebäude am heutigen Standort steht oder wie sich die Beziehung zur Landschaft verändert hat.

Heimatpflege bewahrt nicht einfach Vergangenes. Sie hilft uns, die Gegenwart der Region genauer zu lesen.

Mitgliedschaft oder Mitarbeit: Zwei Wege in den Verein

Wer im Waldverein mitmachen möchte, denkt oft zuerst an eine aktive Aufgabe. Doch nicht jeder kann oder möchte regelmäßig Wege kontrollieren, Wanderungen führen oder bei Pflegeeinsätzen helfen. Deshalb ist es sinnvoll, zwischen einer aktiven und einer fördernden Mitgliedschaft zu unterscheiden, auch wenn die konkrete Ausgestaltung beim jeweiligen Zweigverein liegen kann.

Eine aktive Mitgliedschaft bietet sich an, wenn Sie Veranstaltungen besuchen, bei Wanderungen mitwirken, Arbeitsgruppen unterstützen oder selbst Verantwortung übernehmen möchten. Sie können sich zunächst ein Bild vom Vereinsleben machen und später entscheiden, in welchem Bereich Ihre Mitarbeit sinnvoll ist. Gerade für Menschen, die neu nach Waidhaus oder in den Landkreis Neustadt an der Waldnaab gezogen sind, kann der Verein eine gute Möglichkeit sein, Anschluss an die Region zu finden.

Eine fördernde Mitgliedschaft passt eher zu Personen, die den Vereinszweck unterstützen möchten, ohne regelmäßig an praktischen Einsätzen teilzunehmen. Auch diese Form der Unterstützung ist nicht nebensächlich. Wegepflege, Naturschutz und Kulturarbeit benötigen nicht nur Arbeitskraft, sondern ebenso organisatorische und finanzielle Grundlagen.

Die genauen Jahresbeiträge des Zweigvereins Waidhaus sind aus den vorliegenden Angaben nicht ersichtlich und sollten direkt beim Verein erfragt werden. Beiträge sind bei Orts- und Zweigvereinen nicht zwingend einheitlich geregelt. Wer sich informieren möchte, kann sich als Ansprechpartner an die Gemeindeverwaltung des Marktes Waidhaus wenden; dort wird Detlef König für den OWV-Zweigverein geführt.

Für den ersten Kontakt braucht es kein ausgearbeitetes Bewerbungsschreiben. Hilfreicher ist eine konkrete Frage: Werden derzeit Helfer für die Wegepflege gesucht? Gibt es eine nächste Wanderung, an der Interessierte teilnehmen können? Welche Kenntnisse sind bei einem Biotoppflegeprojekt willkommen? So lässt sich schnell feststellen, welche Aufgabe zum eigenen Interesse und zur verfügbaren Zeit passt.

Aktiv im Waldverein: So gelingt der Einstieg

Der Einstieg in die Vereinsarbeit muss nicht mit einer dauerhaften Verpflichtung beginnen. Viele Aufgaben lassen sich zunächst gemeinsam kennenlernen. Das ist besonders bei der Wegepflege und im Naturschutz sinnvoll, weil die örtlichen Besonderheiten wichtiger sind als allgemeine Vorstellungen.

Ein guter Weg in den OWV Waidhaus kann in mehreren Schritten aussehen:

1. Eine Veranstaltung oder Wanderung besuchen.

Dabei erleben Sie nicht nur die Landschaft, sondern bekommen auch einen Eindruck davon, wie die Gruppe arbeitet und miteinander umgeht.

2. Das eigene Interesse konkret benennen.

Suchen Sie eher Bewegung im Freien, den Austausch mit Menschen, Naturbeobachtung oder historische Themen? Je genauer die Frage, desto leichter lässt sich eine passende Aufgabe finden.

3. Eine Aufgabe zunächst begleiten.

Beim gemeinsamen Begehen eines Weges oder bei einem Pflegeeinsatz sehen Sie, welche Arbeit tatsächlich anfällt. Das schützt beide Seiten vor falschen Erwartungen.

4. Den zeitlichen Rahmen offen ansprechen.

Ehrenamt braucht Verlässlichkeit, aber nicht jeder Einsatz muss denselben Umfang haben. Entscheidend ist, dass Absprachen eingehalten werden und die Aufgabe zu den eigenen Möglichkeiten passt.

5. Nach einer ersten Erfahrung entscheiden.

Vielleicht liegt Ihre Stärke nicht in der Wegekontrolle, sondern im Erzählen während einer Wanderung. Vielleicht entdecken Sie, dass Ihnen gerade die stille Arbeit an einem Biotop Freude macht. Beides ist wertvoll.

Der häufigste Irrtum beim Ehrenamt besteht darin, sich sofort auf eine feste Rolle festlegen zu müssen. In einem Verein entsteht Kompetenz oft durch Zusammenarbeit. Wer zunächst mitgeht, Fragen stellt und aufmerksam beobachtet, findet meist schneller heraus, wo die eigenen Fähigkeiten gebraucht werden.

Was im Alltag der Ehrenamtlichen wirklich zählt

Bei der Wegearbeit zählen nicht nur Ausdauer und körperliche Belastbarkeit. Ebenso wichtig sind Genauigkeit und ein Gefühl für die Umgebung. Eine kleine Veränderung kann für die Orientierung oder den Zustand eines Weges entscheidend sein. Wer regelmäßig unterwegs ist, entwickelt mit der Zeit einen Blick für solche Details.

Bei Wanderführungen stehen andere Fähigkeiten im Vordergrund. Eine Gruppe braucht klare Absprachen, ein angemessenes Tempo und jemanden, der auf unterschiedliche Bedürfnisse reagieren kann. Nicht alle Teilnehmenden sind gleich sicher zu Fuß, nicht jeder interessiert sich im selben Maß für botanische Einzelheiten oder historische Hintergründe. Eine gute Führung schafft deshalb Raum für Fragen, ohne den Weg in eine reine Unterrichtsstunde zu verwandeln.

Im Naturschutz ist Geduld besonders wichtig. Viele ökologische Entwicklungen verlaufen langsam und sind erst über längere Zeit erkennbar. Eine Maßnahme kann nicht allein danach beurteilt werden, wie ordentlich eine Fläche unmittelbar danach aussieht. Manchmal braucht ein Lebensraum Zeit, um sich zu stabilisieren; manchmal zeigt sich erst später, ob eine Pflege sinnvoll war.

Und in der Heimatpflege ist die Bereitschaft zum Zuhören eine zentrale Stärke. Regionales Wissen liegt nicht immer in schriftlichen Unterlagen. Es steckt in Erinnerungen, Erzählungen, Ortsnamen und persönlichen Erfahrungen. Wer diese Quellen ernst nimmt, trägt dazu bei, dass die Geschichte von Waidhaus und dem Oberpfälzer Wald nicht auf einzelne Jahreszahlen reduziert wird.

Vereinsarbeit in Waidhaus: Gemeinsam statt nebeneinander

Ein Ortsverein lebt davon, dass unterschiedliche Menschen ihre Fähigkeiten verbinden. Der eine kennt die Wege, die andere hat Erfahrung mit Pflanzen, jemand Drittes organisiert eine Veranstaltung oder weiß, welche Geschichte mit einem bestimmten Ort verbunden ist. Aus diesen verschiedenen Kenntnissen entsteht ein Netz, das stärker ist als die Summe einzelner Tätigkeiten.

Das gilt besonders in einer Region, in der Naturerlebnis und Gemeinschaft eng miteinander verbunden sind. Wanderwege machen den Oberpfälzer Wald zugänglich. Naturschutz erhält seine ökologischen Besonderheiten. Heimatpflege erklärt, wie die Landschaft gewachsen ist. Veranstaltungen bringen Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nur zufällig begegnen würden.

Auch der Grenzraum rund um Waidhaus trägt zu dieser besonderen Perspektive bei. Wege und Landschaften enden nicht an jeder politischen Grenze, und viele regionale Entwicklungen lassen sich nur verstehen, wenn man Verbindungen betrachtet: zwischen Orten, historischen Verkehrswegen, wirtschaftlichen Veränderungen und den Menschen, die hier leben. Ein Verein vor Ort kann solche Zusammenhänge sichtbar machen, weil er nicht nur von außen auf die Region blickt, sondern in ihr verwurzelt ist.

Wer sich für das Ehrenamt in Waidhaus interessiert, muss daher nicht nach der spektakulärsten Aufgabe suchen. Oft sind es die regelmäßigen, verlässlichen Tätigkeiten, die langfristig den größten Unterschied machen: eine Markierung, die rechtzeitig erneuert wird; ein Biotop, dessen Zustand im Blick bleibt; eine Wanderung, bei der jemand die Landschaft verständlich erklärt; eine Veranstaltung, bei der Wissen und Erinnerungen weitergegeben werden.

Die passende Rolle ist die, in der Sie bleiben können

Die Frage nach der richtigen Aufgabe im Oberpfälzer Waldverein lässt sich nicht mit einer Rangliste beantworten. Wegepflege ist nicht weniger wichtig als Naturschutz, und eine fördernde Mitgliedschaft ist nicht weniger wertvoll, nur weil sie keine regelmäßigen Arbeitseinsätze umfasst. Der Verein braucht verschiedene Formen der Beteiligung, weil auch die Region unterschiedliche Aufgaben stellt.

Wer gern draußen unterwegs ist und praktisch arbeitet, findet wahrscheinlich bei der Wegebetreuung einen guten Zugang. Wer Menschen zusammenbringen und Wissen vermitteln möchte, kann als Wanderführer oder bei Veranstaltungen aktiv werden. Wer sich für Lebensräume, Pflanzen und Landschaftspflege interessiert, ist im Naturschutz richtig. Und wer Geschichten, Mundart und regionale Traditionen bewahren möchte, stärkt die Heimatpflege.

Der Oberpfälzer Waldverein bietet damit mehr als organisierte Wanderungen. Er verbindet Orientierung in der Landschaft mit Verantwortung für ihre Zukunft. Die Wege, Biotope, Denkmäler und Bräuche der Region bleiben nicht von selbst lebendig. Sie brauchen Menschen, die sich zuständig fühlen — nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Aufmerksamkeit, Sachverstand und Freude an gemeinsamer Arbeit.

Für den Einstieg genügt ein erster Kontakt zum OWV-Zweigverein Waidhaus und die Bereitschaft, eine Aufgabe kennenzulernen. Was daraus entsteht, darf sich entwickeln. Genau darin liegt die Stärke des Ehrenamts: Man kommt wegen eines Weges, einer Wanderung oder eines Interesses an der Natur — und wird Teil einer Gemeinschaft, die den Oberpfälzer Wald nicht nur besucht, sondern mitträgt.

Häufige Fragen

Welche Aufgaben gibt es im OWV-Zweigverein Waidhaus?
Mögliche Aufgaben liegen in der Betreuung von Wanderwegen und Markierungen, der Führung von Wandergruppen, der Biotop- und Landschaftspflege sowie der Heimat- und Brauchtumspflege. Auch organisatorische oder allgemein unterstützende Mitarbeit ist möglich.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Mitarbeit im Waldverein?
Vorwissen ist nicht zwingend erforderlich. Je nach Aufgabe sind praktische Fähigkeiten, Orientierung, Interesse an Natur und Geschichte, Kommunikationsfreude, Geduld oder die Bereitschaft zur Einarbeitung hilfreich.
Was macht ein Wegewart oder Wegepate?
Ein Wegewart oder Wegepate kontrolliert je nach örtlicher Organisation Markierungen, erkennt Hindernisse und stimmt notwendige Schritte mit anderen Verantwortlichen ab. Die Aufgabe besteht nicht darin, Wege eigenmächtig umzubauen.
Wie kann ich im Naturschutz des OWV mithelfen?
Ehrenamtliche können sich an der Betreuung und Pflege von Biotopen, Kulturlandschaften und empfindlichen Lebensräumen beteiligen. Wichtig sind eine abgestimmte Vorgehensweise, Sorgfalt und Respekt vor fachlichen Vorgaben.
Wie kann ich beim OWV Waidhaus Kontakt aufnehmen?
Interessierte können sich an die Gemeindeverwaltung des Marktes Waidhaus wenden; dort wird Detlef König als Ansprechpartner für den OWV-Zweigverein geführt. Für den Erstkontakt eignen sich konkrete Fragen zu Wegepflege, Wanderungen oder Biotoppflegeprojekten.