Wandertourismus als Wirtschaftsfaktor: Impulse für die Oberpfalz durch moderne Infrastruktur
Wie AD HOC NEWS berichtet, wird Wandern in ländlichen Regionen zunehmend zum wirtschaftlichen Standbein.

Der Fichtelberg als höchster Berg Sachsens steht exemplarisch für ein durchdachtes Angebot: Seit Frühjahr 2025 ersetzt dort das neue „Basislager" eine alte Baude, bietet 13 Zimmer und ein 10-Bett-Wanderlager und bindet sportlich Aktive an die Region. Für die Oberpfalz rund um Waidhaus liefert das Beispiel konkrete Hebel – von Infrastruktur bis Gästeservice.
Angebot am Fichtelberg: mehr als Betten
Das familiengeführte Haus richtet sich gezielt an sportliche Gäste. Hotelière Natascha Heinrich, einst zu Fuß über die Alpen unterwegs, verweist laut Bericht darauf, dass es für das Wohlgefühl nicht reiche, nur Betten bereitzustellen: Zum Angebot gehören demnach Schuhtrockner, Insidertipps für Touren, ein Wellnessbereich mit Saunen und Infrarotkabinen sowie auf mehrtägigen Touren die Möglichkeit, Wäsche zu waschen und zu trocknen. Viele Gäste reisen über den Kammweg Erzgebirge-Vogtland an oder nutzen das Hotel für Touren in der deutsch-tschechischen Grenzregion.
Wertschöpfung laut Wandermonitor
Bernd Hartmann, Geschäftsführer des Deutschen Wanderverbandes, beziffert die jährliche Wertschöpfung durch Wandernde auf rund 7,8 Milliarden Euro – der Löwenanteil bleibe im ländlichen Raum. Etwa zwei von drei Deutschen ab 16 Jahren gehen demnach regelmäßig wandern. Der Wandermonitor 2025 des Forschungszentrums Wandern an der Ostfalia Hochschule in Salzgitter unter Leitung von Heinz-Dieter Quack ergänzt die Daten: Befragte investierten in den beiden Vorjahren im Schnitt rund 445 Euro in Ausrüstung – Schuhe, Socken und Hosen stehen oben, gefolgt von Rucksäcken, Flaschen, Apps und Karten. Besonders die 30- bis 49-Jährigen rüsten auf. Unterwegs flossen pro Tag im Schnitt mehr als 60 Euro in Gastronomie, Einkäufe oder ÖPNV-Tickets. Mehrtagestouren legten inklusive Übernachtung weitere 100 Euro pro Tag drauf. Quack betont zugleich, dass Wandern eine vergleichsweise günstige Freizeitbeschäftigung bleibe – gute Schuhe, ein einfaches Proviantpaket, dann auf die meist kostenfreien Wege starten.
Hebel für Touren rund um Waidhaus
Die Pflege der Pfade übernehmen Ehrenamtliche und Kommunen, mit erheblichem organisatorischem und finanziellem Aufwand. In einer Befragung konnten sich rund 43 Prozent der Teilnehmenden grundsätzlich vorstellen, für die Nutzung der Wege zu zahlen. Für Touren in der Oberpfalz heißt das konkret: Beschilderung und Höhenprofil vorab prüfen, Einkehrtipps entlang der Strecke einplanen und bei Mehrtagestouren Unterkünfte mit Trockenmöglichkeit reservieren.
Sicherheitshinweis zur Route: Vor jedem Aufbruch aktuelle Wetterlage prüfen, Trittsicherheit und Schuhwerk kontrollieren, ausreichend Proviant und Wasser mitführen. Bei Mehrtagestouren vorab Wäschemöglichkeit und Notfallpunkte entlang der Strecke klären.