Wald der Geschichten: Ein neues Zentrum für Naturschutz in Montana
Wie Montana Public Radio berichtet, öffnete das Zentrum im Juli seine Türen und lädt dazu ein, die Geschichte der Naturbewahrung in den Vereinigten Staaten auf einem Spaziergang durch einen „Wald der…

Mit einem Hauch von sonnenwarmem Waldboden empfängt das neue National Conservation Legacy Center in Missoula, Montana, seine Besucher. Wie Montana Public Radio berichtet, öffnete das Zentrum im Juli seine Türen und lädt dazu ein, die Geschichte der Naturbewahrung in den Vereinigten Staaten auf einem Spaziergang durch einen „Wald der Geschichten" zu entdecken. Für uns hier im Oberpfälzer Wald ist das mehr als eine ferne Nachricht – es ist ein leises Echo auf die Frage, wie eine Region ihre Liebe zum Wald sichtbar machen kann.
Ein Raum, der nach Wald riecht – mit Absicht
Schon der erste Atemzug im Hauptgebäude verrät, worum es hier geht: Verschiedene Hölzer sind nicht nur verbaut, sie erzählen mit. Wer die Eingangshalle betritt, wird von einem Schauspieler begrüßt, der in die Rolle des 26. Präsidenten Theodore Roosevelt schlüpft – auf einer großen Leinwand, bevor sich der eigentliche Ausstellungsraum öffnet. Wie Lisa Tate, Direktorin des National Museum of Forest Service History, dem Sender erklärte, war genau dieses Eintauchen gewollt: Die tragenden Säulen, im Museumsjargon Plinths genannt, sollten sich anfühlen wie ein Wald. Sie ragen wie Baumstämme empor, reagieren auf die Besucher und wechseln ihre Inhalte, wenn man sich nähert.
Warum Missoula – und was die Ausstellung zeigt
Missoula ist kein Zufall. Die Stadt ist seit langem mit dem US Forest Service verwoben und beherbergt dessen erstes Verwaltungsbüro im Land. Das macht den Ort zum natürlichen Knotenpunkt für ein Zentrum, das Landmanagement, Klimawandel, Waldbrand und Erholung in der Natur in einem großen Bogen zusammenführt. Herzstück ist eine Projektionswand von rund sechs Metern Höhe und achtzehn Metern Breite – nach Angaben des Senders der größte Bildschirm Montanas – auf dem Wald- und Prärielandschaften über die Wände fließen. Dazwischen erzählen Stimmen wie die von Brian Payne, der seinen Beruf in der Forstwirtschaft nutzte, um Minderheiten den Weg in dieses Feld zu ebnen. Insgesamt hat ein hauptamtlicher Oral Historian nahezu 250 solcher Lebenswege aufgenommen – finanziert ausschließlich über private Spenden, ohne einen Cent Bundesmittel.
Was uns das im Oberpfälzer Wald sagen kann
Auch wenn die Geschichte amerikanisch ist, berührt sie uns direkt. Wer bei uns durch die Wälder um Waidhaus streift, weiß, wie sehr ein Revier von den Menschen lebt, die es pflegen – von den Förstern, den Vereinen, den Erzählerinnen am Wegesrand. Das Center in Missoula zeigt, wie viel Selbstbewusstsein eine Region aus diesem Erbe schöpfen kann, gerade in Zeiten, in denen öffentliche Mittel für Naturschutz knapper werden. Wer selbst einmal dort vorbeischauen möchte: Das Museum und das Zentrum sind laut Bericht täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Bis dahin lohnt der Blick über den eigenen Tellerrand – und die Frage, welche Geschichten unsere Wälder hier eigentlich erzählen würden, wenn wir sie erzählen ließen.