Waldumbau durch gezielte Ausdünnung: Strategien für klimaresiliente Wälder
Wie Sierra Wave berichtet, spricht dort Dr.

Wenn Wälder Feuer und Klima standhalten sollen
Wie ein Vortrag in Kalifornien und ein Waldumbau-Plan aus dem Westbalkan zeigen, dass Widerstandsfähigkeit im Wald dort beginnt, wo Menschen bereit sind, Bäume wegzunehmen.
Ein Abend über dünner werdende Wälder
Am 7. Oktober wird in Bishop, im Osten Kaliforniens, ein Vortrag stattfinden, der für Waldinteressierte auch hierzulande aufschlussreich ist. Wie Sierra Wave berichtet, spricht dort Dr. Alexandra (Ali) Urza, Forest Health Program Director des Whitebark Institute, über das Projekt ESCCRP – das Eastern Sierra Climate and Communities Resilience Project. Ihr Thema: großflächiges Waldmanagement für Widerstandsfähigkeit gegen Waldbrände und Klimaanpassung. Die Veranstaltung wird vom Bristlecone Chapter der California Native Plant Society ausgerichtet, beginnt um 19 Uhr und richtet sich ausdrücklich auch an alle, die mehr über den Stand lokaler Waldumbaumaßnahmen erfahren möchten.
Was ökologische Ausdünnung bewirken kann
Das Kernziel des ESCCRP ist ungewöhnlich klar formuliert: Man will die Wälder bei Mammoth Lakes auf jene Bestandsdichte zurückbringen, die sie historisch hatten – mit ökologischer Durchforstung. Urza, die 2025 zum Whitebark Institute kam und zuvor fast zwei Jahrzehnte als Forschungsökologin zu Waldbrand- und Dürrewirkungen arbeitete, wird laut Mitteilung über die wissenschaftlichen Hintergründe, den Fortschritt und das Monitoring der Behandlungserfolge sprechen. Es geht also nicht ums Pflanzen, sondern ums bewusste Wegnehmen, damit der verbleibende Wald dichter, kühler und weniger brandanfällig wird – ein Ansatz, der auch im Oberpfälzer Wald bei Fragen der Waldumbau-Diskussion immer wieder auftaucht.
Parallele im Westbalkan: ein Plan für sechs Länder
Dass Waldumbau kein rein amerikanisches Thema ist, zeigt eine zweite Meldung. Dem Montenegrinischen Ministerium für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und nördliche Entwicklung (MERS) zufolge haben sechs Westbalkan-Staaten auf einem Ministertreffen in Žabljak den sogenannten Western Balkans Forest Restoration Plan mitgetragen. Zusammen mit einer Klimaanpassungsstrategie, einem Biodiversitätsplan bis 2030 und weiteren Dokumenten zur grünen Transformation wurde er als Teil der Žabljak-Deklaration verabschiedet. Organisiert wurde das Treffen vom Regional Cooperation Council, unterstützt von deutschen Bundeseinrichtungen im Rahmen der Regionalen Klimapartnerschaft. Erwähnt wurde zudem, dass auch Deutschland über das Bundesumweltministerium vertreten war.
Was wir bei uns mitnehmen können
Wer im Oberpfälzer Wald unterwegs ist, sieht die Parallelen schnell: Trockene Sommer, dichter werdende Jungbestände und eine wachsende Sorge vor Flächenbränden beschäftigen auch unsere Region. Der ESCCRP-Ansatz macht Mut, weil er zeigt, dass das Reduzieren von Stammzahl kein Schwächeln des Waldes bedeutet, sondern dessen Stärkung. Wer wissen will, wie ein solcher Waldumbau praktisch aussieht, kann sich an die Termine und Exkursionen des Oberpfälzer Waldvereins Waidhaus halten oder das Gespräch mit den heimischen Revierleitern suchen. Denn entscheidend ist am Ende immer dasselbe: Wie viel Verantwortung wir für die Bäume übernehmen, bevor das Feuer kommt.