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Warum die globalen UN-Biodiversitätsziele für den Naturschutz kaum erreichbar sind

Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Umweltorganisationen Campaign for Nature und Together for the Ocean verfehlen die Unterzeichnerstaaten des UN-Biodiversitätsziels 30×30 ihre selbst gesteckten Vorgaben deutlich.

Warum die globalen UN-Biodiversitätsziele für den Naturschutz kaum erreichbar sind

Bis 2030 sollen 30 Prozent der Land- und Meeresflächen unter Schutz stehen — aktuell sind es erst rund 20 Prozent der Land- und Binnengewässer, bei den Weltmeeren sogar nur 10 Prozent. Für Wanderregionen wie den Oberpfälzer Wald bedeutet das: Der globale Druck zur Ausweisung weiterer Schutzflächen bleibt hoch, die nationalen Vorgaben werden konkreter.

Zahlenstand Land und Meer

Das Ziel wurde 2022 im Rahmen des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework auf der COP15 vereinbart. Knapp 200 Staaten hatten zugesagt, jährlich mindestens 200 Milliarden US-Dollar zur Reduzierung des Biodiversitätsverlusts bereitzustellen. Nach den vorliegenden quantifizierten Zusagen könnte der Schutzanteil an Land bis Ende des Jahrzehnts auf 27 Prozent steigen. Bei den Weltmeeren prognostiziert die Studie lediglich 12 Prozent bis 2030. Together for the Ocean stuft den Meeresschutz als eine der zentralen Umsetzungsbaustellen des 30×30-Ziels ein; Offshore- und Tiefseelebensräume gelten weiterhin als besonders gefährdet.

Finanzierung als größte Barriere

Die Studie beziffert den jährlichen Finanzbedarf zur Erreichung des 2030-Ziels auf 100 bis 180 Milliarden US-Dollar. Aktuell fließen demnach nur rund 24 Milliarden Dollar pro Jahr in den globalen Naturschutz. Besonders ausgeprägt ist die Lücke im Meeresschutz: rund 16 Milliarden Dollar werden jährlich benötigt, faktisch bereitgestellt werden etwa 1,8 Milliarden. Auch die UN-Konvention zur Biologischen Vielfalt hatte im Vormonat gewarnt, die Staaten seien nicht auf Kurs — die Finanzierung gilt als eine der größten Barrieren für die Erreichung der globalen Ziele.

Was ab Oktober ansteht

Vom 19. Oktober an treffen sich die Vertragsstaaten zum UN-Biodiversitätsgipfel in Jerewan, um das Defizit zu bewerten und über Gegenmaßnahmen zu beraten. Für Deutschland und die EU bedeutet die Zielvorgabe weiteren Anpassungsdruck: Schutzgebiete wie Natura-2000-Flächen und nationale Naturschutzgebiete werden erweitert, Managementpläne verschärft. Im Oberpfälzer Wald existieren bereits Schutzflächen, in denen Wegegebote, Betretungsregelungen und zeitliche Einschränkungen gelten. Eine Erweiterung dieser Flächen ist im Rahmen der nationalen 30×30-Umsetzung wahrscheinlich.

Vor jeder Tour: Schutzgebietsverordnung des Zielgebiets prüfen, ausgewiesene Wege nicht verlassen, markierte Routen einhalten. In Schutzgebieten gelten besondere Regeln zu Hunden, offenen Feuerstellen und Biwakieren außerhalb ausgewiesener Plätze. Trittsicherheit und festes Schuhwerk bleiben unabhängig vom Schutzstatus Voraussetzung für jede Strecke.